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Archiv der Zöcklerschen Anstalten
und des Mutterhauses Ariel

Pfr. Dr. Reinhard Lieske hat wichtige Dokumente des Zöcklerschen Archivs digitalisiert und geordnet. Die von ihm in Verzeichnissen und Unterverzeichnissen inhaltlich zusammengefassten ca. 1000 Dateien sind hier dokumentiert.

VORBEMERKUNGEN

Zur Vorgeschichte des digitalen Archivs: Das Hospiz an der Lutter entstand aus dem Auflösungsprozess des Diakonissenmutterhauses „Ariel“. In der Festschrift „60 Jahre Diakonissenmutterhaus Ariel (Zöcklersche Anstalten) in Göttingen-Weende, Rückblick und Ausblick“ (2011) wird eindringlich beschrieben, wie die Kräfte der Diakonissen, ihr Mutterhaus in die Zukunft zu führen, allmählich erlahmten. Alle noch vorhandene Energie, den diakonischen Auftrag zu erfüllen, wurde auf die Gründung des „Hospizes an der Lutter“ konzentriert. Niemand fühlte sich berufen und in der Lage, der diakonischen Schwesternschaft, die auch in ihrem „Scheitern“ Würde, Demut und christlichen Auftrag bewahrt hatte, ein ehrendes Andenken zu setzen. Dies jedoch wollte eine Gruppe von Freunden der Diakonissenschaft nicht hinnehmen. Im Vorfeld des 60. Jahrestages der Ankunft der Diakonissen in Weende beschlossen sie, deren Geschichte von ihrer Gründung an für die Göttinger Öffentlichkeit aufzuarbeiten und so zu präsentieren, dass durch das scheinbare Scheitern hindurch Gottes Segen sichtbar wird, der auf dem Wirken dieser Frauen ruhte und den sie vielfältig an die ihnen anvertrauten „Nächsten“, die Kinder, Alten, Schwachen und Kranken weitergegeben haben.

Quellen vor Ort

Als die Gruppe sich an die Arbeit machte, konnte sie sich auf folgende am Ort greifbaren Quellen stützen:

  • Einige wenige noch lebende Diakonissen als Zeitzeugen
  • Akten aus dem Archivzimmer des Diakonissenhauses, dem aber nach Gründung des Hospizes nur noch wenig Aufmerksamkeit gewidmet wurde und das offenbar in Auflösung begriffen war.
  • Ein großer Aktenschrank auf dem Flur des Diakonissenhauses aus dem Amtszimmer des bereits 1988 verstorbenen Leiters, Pastor Martin Zöckler, der zwar verschlossen, aber offensichtlich in Unordnung geraten war (u.a. durch einen „Briefmarkenfreund“, der sich die Marken herausgerissen hatte)
  • Eine Fülle an disparaten Archivalien aus verschiedenen privaten Nachlässen der Familie Zöckler, die die Geschichte der Schwesternschaft betrafen und deshalb nach Weende zur Auswertung durch die Gruppe gebracht worden waren
  • Schließlich diverse Archivalien, die über Jahrzehnte hinweg in allerlei Schränken und Kartons in Räumlichkeiten des Diakonissen-Mutterhauses ein kaum beachtetes Dasein gefristet hatten.

Erschließung der Archivmaterialien. Methodisches Vorgehen

Ein erster Schritt, den archivarischen Schatz zu erschließen, bestand dann darin, alle vorhandenen Dokumente (und Gegenstände) erst einmal durchzusehen, sie aufzulisten und nach thematischen Gesichtspunkten zu ordnen. Auf diese Weise ist dann ein Überblick entstanden, den die im Folgenden dargestellte Zusammenstellung des Materials repräsentiert. Unter den aufgelisteten Überschriften befindet sich, über die bloße Nennung von Titeln hinaus, eine große Anzahl von Exzerpten, die die vorhandenen und der geschichtlichen Nacherzählung zugrunde liegenden Texte wortgetreu wiedergeben. Diese Zitate erlauben es, auch ohne die Möglichkeit, auf die originalen historischen Dokumente zurückzugreifen, sich nach wie vor selbst ein einigermaßen deutliches Bild von den Geschehnissen damals zu machen. Die Materialien in Weende zu behalten, war aus organisatorischen und finanziellen Gründen nicht möglich. Es war deshalb beschlossen worden, das gesamte Material nach Fertigstellung der Ausstellung an die zuständigen professionellen Archivsammlungen zu übergeben. Es befindet sich seit kurzem nicht mehr in Göttingen-Weende, sondern z.T. in der Martin Opitz Bibliothek in Herne (was die Galizien betreffenden Teile der Geschichte betrifft) sowie im Archiv der Mutterhaus-Diakonie in Düsseldorf-Kaiserswerth. Dort sollen sie professionell archiviert, digitalisiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Diese Aufspaltung war notwendig, weil die Aufgabenbeschreibung der beiden Institutionen jeweils nicht das gesamte Material betraf. In vielen Fällen – bei Zugehörigkeit zu beiden Bereichen – hätte die getroffene Entscheidung auch anders ausfallen können.

ARCHIV UND SCHRIFTTUM

Unter dieser Rubrik fanden wir neben der in der Materialsammlung enthaltenen Literatur eine große Anzahl von kleineren Druck-Schriften, die fortlaufend über den Werdegang der von Theodor Zöckler gegründeten Anstalten in Stanislau berichten. Ihre Absicht zielt offenkundig darauf, die für das Überleben der Anstalten im fernen Galizien, später in Polen, unbedingt nötigen Spendenmittel zu requirieren. Sie erlaubten uns einen hinreichenden ersten Einblick in die Geschichte der Zöcklerschen Anstalten in Stanislau / Galizien, auch ohne das Galiziendeutsche Archiv in Herne aufzusuchen. Eine archivalischen Regeln in vollem Maße entsprechende Archivierung des in Weende aufgefundenen Materials musste und konnte von uns also nicht geleistet werden, ist jedoch von den Archivaren in Kaiserswerth und Herne zu erwarten. In den Rubriken zu FAMILIE ZÖCKLER und zu FREUNDE ZÖCKLER rücken die damals handelnden Personen in den Fokus der Aufmerksamkeit. Im Mittelpunkt der Materialien, die uns zur Verfügung standen, steht dabei insbesondere die Person des Gründer-Vaters Theodor Zöckler, und es wird sichtbar, in welch hohem Maße alles, was die Zöcklerschen Anstalten ausmacht, von ihm alleine abhängt. Hier sind es vor allem schriftlich niedergelegte Erinnerungen und viele, oft sehr persönliche Briefe, aus denen das Anschauungsmaterial sich zusammensetzt.

Anmerkung zur Quellenlage

Die Archive der Galiziendeutschen allgemein wie auch der Zöcklerschen Anstalten im Besonderen mussten bei der Umsiedlung infolge des Hitler-Stalin-Paktes 1939 zurückgelassen werden. Sie wurden von den neuen Bewohnern des Landes vielfach zerstört, wie Erasmus Zöckler in der Einleitung zu seiner Auswertung der Briefe Theodor Zöcklers berichtet. Diese gesammelten Briefe sind erhalten geblieben, weil sie noch vor der Umsiedlung per Post nach Berlin bzw. Lissa geschickt worden waren und auf verschlungenen Wegen - mit weiteren galiziendeutschen Archivalien – in einem Dachzimmer im Weender Diakonissenhaus später das „Galiziendeutsche Archiv“ bildeten. Dieses – mit Ausnahme der Briefe – wurde in den 60-er Jahren nach Kaiserslautern in das pfälzische Heimatarchiv transferiert. (Die Mehrzahl der deutschen Einwanderer nach Galizien 1780 ff. stammte ja aus der Pfalz.) Die Briefe wurden Zöcklers ältestem Enkel, Erasmus Zöckler, 1988 zur Auswertung übergeben. Inzwischen befindet sich beides in Obhut der Martin Opitz Bibliothek in Herne.

Aufgrund dieser Quellenlage werden klare Strukturen in der Organisation des von Theodor Zöckler begründeten Werkes wie ein gewählter Vorstand, protokollierte Sitzungen und eine gemeinsam beschlossene Satzung eigentlich erstmals greifbar, als sich das noch in Stanislau gegründete Diakonissen-Mutterhaus nach der Umsiedlung aus dem mittlerweile polnisch gewordenen Stanislau mit dem Diakonissen-Mutterhaus Ariel im so genannten Warthegau vereinigt. Siehe dazu die Rubriken PROTOKOLLE und SATZUNGEN. Die Sammel-Rubrik WEGSTATIONEN vereinigt, zum Teil auch im Rückgriff auf schon zuvor zitierte Materialien, diejenigen Dokumente, die ein auf ganz bestimmte geschichtliche Situationen und Orte bezogenes Handel sichtbar machen. Insbesondere die Wegstationen des Diakonissen-Mutterhauses nach seiner Aussiedlung aus Stanislau zu Weihnachten 1940, die über die Zwischenstationen Wolfshagen und Stade schließlich nach Göttingen-Weende führte, wird in dieser Rubrik ausführlich beleuchtet. Alles in allem wird von den Dokumenten eindrucksvoll nachvollziehbar gemacht: Ein langer und zunehmend schmerzhaft erlebter Prozess des Ringens um den Fortbestand eines Mutterhauses, für das es schließlich keine Diakonissen mehr gab, fand doch am Ende in der Verwandlung zu einem Hospiz eine neue Bestimmung.

Dr. Reinhard Lieske / Dr. Christofer Zöckler, Göttingen, 8. April 2017

Inhaltsverzeichnis

Öffentlich zugängliche Dokumente

Passwortgeschützte Dokumente

Die meisten Dokumente des Archivs sind nicht öffentlich, der Zugang ist durch Passwort geschützt. Falls Sie Einblick in bestimmte Dokumente nehmen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt mit dem Hospiz auf. Prof. Dr. Peter Diepold

Die einzelnen Dateien (Verzeichnisbaum)

Gliederung der obigen 201 Verzeichnisse und Unterverzeichnisse mit Verlinkung auf 1056 Dateien

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